Lie Detectors tritt PRiME bei, einer neuen EU-Initiative zur Stärkung der Medien- und Informationskompetenz in Grundschulen
• Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland und Spanien bündeln ihre Kräfte, um die Medien- und Informationskompetenz von Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren durch die gezielte Unterstützung von Schulen und Lehrkräften zu verbessern.
• Das von der EU kofinanzierte, zweijährige Projekt bietet einen flexiblen Rahmen, der auf einer gründlichen Bedarfsanalyse basiert und in realen Klassenzimmern getestet wird.
• Nach der Evaluations- und Anpassungsphase wird ein Toolkit bereitgestellt, damit jede Schule das Modell eigenständig übernehmen kann.
Kinder zwischen acht und zwölf Jahren verbringen laut einem Bericht von Qustodio durchschnittlich vier Stunden und 44 Minuten pro Tag online. Dazu gehören Aktivitäten wie das Ansehen von Videos, das Spielen von Games und die Nutzung sozialer Medien. Trotz dieser intensiven digitalen Nutzung von klein auf wird Medien- und Informationskompetenz in Schulen in Europa bislang uneinheitlich vermittelt.
Um diese Lücke zu schließen, beteiligt sich Lie Detectors an dem brandneuen europäischen Projekt PRiME (Primary Information and Media Education). Ziel des Projekts ist es, die Medien- und Informationskompetenz an Grundschulen zu stärken. Die auf zwei Jahre angelegte Initiative wird von der Europäischen Union (EU) im Rahmen des Programms „Kreatives Europa“ kofinanziert und soll europäischen Kindern die Fähigkeiten vermitteln, die sie benötigen, um sich sicher in der digitalen Informationslandschaft zu bewegen.
Organisationen aus Österreich, Belgien, Finnland, Deutschland und Spanien haben sich zusammengeschlossen, um mithilfe einer umfassenden Bedarfsanalyse die Bedürfnisse von Bildungseinrichtungen und Lehrkräften bei der Integration von Medien- und Informationskompetenz in die Lehrpläne zu ermitteln. Dieses Dokument bündelt bewährte Verfahren sowie aktuelle gesetzliche Rahmenbedingungen und praxisnahe Orientierungshilfen für Fachkräfte.
Über einen Zeitraum von zwei Jahren wird PRiME einen flexiblen Rahmen für Medien- und Informationskompetenz in der Primarstufe schaffen, der an nationale und lokale Kontexte angepasst ist und altersgerechte Kompetenzen systematisch aufbaut. Im Rahmen des Projekts werden außerdem mindestens 50 Lehrkräfte geschult. Ergänzend wird ein Toolkit mit Aktivitäten und Materialien in bis zu sieben Sprachen entstehen, damit jede Schule das Modell übernehmen kann.
Medien- und Informationskompetenz: Als unverzichtbar gesehen, aber selten in Lehrplänen umgesetzt
In den ersten Monaten des Projekts haben die beteiligten Organisationen Untersuchungen durchgeführt. Diese kommen zu dem Ergebnis, dass Medien- und Informationskompetenz in der Grundschulbildung zwar als essenziell angesehen wird, in europäischen Schulen jedoch uneinheitlich umgesetzt ist. Immer mehr Bildungseinrichtungen ergreifen konkrete Maßnahmen, um dem entgegenzuwirken.
Die im Projekt erstellte Analyse zeigt zudem, dass Medien- und Informationskompetenz meist informell in verschiedenen Fächern unterrichtet wird – jedoch ohne ein kohärentes, fächerübergreifendes Curriculum. Tatsächlich verfügen nur wenige Schulen in Europa über spezialisierte Fachkräfte oder Koordinator*innen für Medien- und Informationskompetenz. Darüber hinaus zeigt eine Studie des finnischen Unternehmens DNA, dass sich viele Initiativen vor allem auf digitale Kompetenzen konzentrieren und kritisches Denken, ethische Fragestellungen und emotionale Aspekte vernachlässigen.
Vor diesem Hintergrund und mit dem Ziel, eine Lösung anzubieten, arbeitet PRiME mit Expert*innen für Medien- und Informationskompetenz und Faktencheck zusammen, die über fundiertes Wissen darüber verfügen, wie Desinformation funktioniert, sowie mit pädagogischen Fachleuten, die neue Ansätze zur Vermittlung kritischen Denkens entwickeln. Nachdem der Vorschlag nun ausgearbeitet wurde, werden Grundschulen in ganz Europa diese Ansätze in realen Unterrichtssituationen testen, anpassen und anwenden.